„Wenn ich irgendwann Spaß am Töten haben sollte, höre ich Sofort auf!”

Ein Interview mit einem Jäger und Jagdhundeausbilder der neuen Generation

Ich habe meinen Interviewpartner, Dennis Kramer, schon vor einigen Jahren kennengelernt. Damals kam er mit seinem ersten Deutsch Kurzhaar zu mir in die Welpenstunde und war ein absoluter Anfänger im Bereich Hundeerziehung und -ausbildung. Nachdem er bei uns mit seinem „Ibo“ mehrere Kurse erfolgreich absolviert hatte, begann er mit dessen jagdlicher Ausbildung. Als ich Dennis nach ein paar Jahren wiedertraf, war ich sehr beeindruckt davon, welche Erfolge er mit Ibo und seinem zweiten DK, „Kalif“, inzwischen eingefahren hatte. Der ganz zu Anfang etwas unbeholfene Dennis hatte sich zu meinem Erstaunen offensichtlich zu einem versierten und sehr erfolgreichen Ausbilder entwickelt, dessen Hunde nun oft von anderen Jägern zur Nachsuche angefordert werden. Inzwischen gehört bei Dennis und seiner Freundin noch Parson Russell Terrier „Cookie“ zur Familie. Alle drei Vierbeiner begrüßten mich freundlich, als ich Dennis für dieses Interview zu Hause besucht habe.

RCF: Dennis, wir kennen uns nun schon eine ganze Zeit lang, und was ich gern als Erstes wissen möchte, ist: Wie bist du überhaupt zum Thema Jagen mit dem Hund gekommen?
Dennis Kramer: Das ist relativ simpel. Ich wollte eigentlich schon während meiner Studienzeit gern einen Hund haben und etwas mit ihm machen, eventuell auf die Jagd gehen oder auch etwas anderes. Ich habe aber erst mal mein juristisches Studium zu Ende gebracht, und als ich dann hier in Bremerhaven sesshaft wurde und meine Anwaltskanzlei gegründet hatte, kam der Gedanke wieder und die Zeit schien nun reif dafür. Ich kannte den Deutsch Kurzhaar als Rasse, die mich sehr angesprochen hat. Die Leistungseigenschaften, das Wesen und auch das Optische gefielen mir gut. So nahm ich Kontakt zu Züchtern auf, aber es stellte sich schnell heraus, dass es schwierig würde, so einen Hund zu bekommen.
Deutsch Kurzhaar gibt es nur aus Leistungszucht und sie werden ausschließlich an Jäger abgegeben. Beim ersten Züchter hatte ich daher keinen Erfolg, er ließ mich schnell abblitzen. Beim zweiten Anlauf hatte ich mehr Glück und fand einen Züchter in Husum, der sich die Zeit nahm, länger mit mir zu reden. Der Welpe, den er noch abzugeben hatte, gefiel mir gut, und er war bereit, ihn mir anzuvertrauen. Dann kam jedoch das Aber: „Du solltest schon Jäger werden!“
Als ich den Hund bei mir hatte, wurde mir sehr schnell klar, dass es sich um einen Gebrauchshund handelte, der eine anständige Beschäftigung braucht. Um ihm das zu ermöglichen, wofür er gezüchtet wurde, entschied ich, es mal mit der Jagd zu probieren. Es folgte einerseits die normale Hundeausbildung, die ich ja damals bei dir mit der Welpenschule angefangen und fast alle Kurse absolviert habe, und andererseits habe ich noch meine Jägerschulung gemacht. Das war sehr ambitioniert, weil ich gleichzeitig in zwei komplett neuen Bereichen arbeiten musste. Als ich dann Jäger wurde, kamen die weiteren jagdlichen Prüfungen mit dem Hund. Mein Weg verlief also über den Hund zur Jagd.

RCF: Ich weiß, dass du mit deinen Hunden nicht nur die erforderlichen Prüfungen gemacht hast, sondern dass du sie auch überregional und international geführt hast.
Dennis Kramer: Ja, ich habe mit Ibo und Kalif weitaus mehr gemacht als nur das Pflichtprogramm und sie auch erfolgreich international geführt. Sie haben fast alle möglichen Prüfungen im normalen Bereich, die man so haben kann, abgelegt und darüber hinaus auch noch ganz besondere Leistungszeichen. Sie sind sehr passionierte Hunde, die sich sehr gut in der Jagd einsetzen lassen und auch in der Prüfung das bringen, was sie sollen.

RCF: Welche Prüfungen für Deutsch Kurzhaar gibt es denn?
Dennis Kramer: Die erste Prüfung für einen jungen Hund ist eine Jugendsuche, die sich bei den Deutsch Kurzhaar „Derby“ nennt. Hier werden die wichtigen Anlagen des Hundes, wie zum Beispiel Nasenarbeit, Vorstehen und Suche, im Feld beurteilt. Als Nächstes kommt die „Solms“, bei der neben der Feldarbeit auch noch die Wasserarbeit geprüft wird und der Hund zuverlässig apportieren soll. Etwa ein Jahr später kommt die „VGP“, das ist die Verbandsgebrauchsprüfung, eine Art Meisterprüfung für den Hund. Neben den oben genannten Fächern wird hier noch die Waldarbeit und verschiedene Gehorsamsleistungen des Hundes geprüft. Dies ist der typische Werdegang eines DK im Verband. Der normale Mindeststandard für Jagdhunde ist eine Brauchbarkeitsprüfung, die von den Jägerschaften abgehalten wird.
Über die drei Grundprüfungen hinaus ist mein Ibo zum Beispiel die IKP, die Internationale Kurzhaar-Prüfung, gelaufen und die Weltverbands-VGP des Jahres 2013.

RCF: Welche Erfolge hast du bei diesen Prüfungen erzielt?
Dennis Kramer: Ich mag mich nicht so gern damit brüsten, aber auf der Weltverbandsprüfung habe ich mit der deutschen Mannschaft den zweiten Platz gemacht. Die Hunde haben dort eine richtig gute Leistung gezeigt und für mich war das schon ein großes Highlight. Außerdem habe ich mit Ibo alle Schweißprüfungen abgelegt, die zum Teil sehr anspruchsvoll sind. Zum Beispiel musste er auf einer mindestens 40 Stunden alten und ca. einen Kilometer langen Fährte im Wald nachsuchen. Ein absolutes Tophighlight, auf das ich richtig stolz bin, war die Prüfung nach dem Schuss. Diese Prüfung wird vom Verein für Deutsche Wachtelhunde veranstaltet und ist offen für alle Jagdhunde mit bestandener VGP. Es handelt sich um eine ausgesprochen anspruchsvolle Prüfung. In dem Jahr, als Ibo sie im zweiten Preis bestand, waren bundesweit nur fünf Hunde am Start, von denen drei durchkamen. Im Vergleich zu den Prüfungen, die ich sonst gelaufen bin, ist dies regelrecht Hardcore. Mit meinem zweiten Kurzhaar Kalif habe ich es geschafft, beim Steinitz-Pokal in Tschechien einen ersten Preis zu erreichen. Auch diese Prüfung ist sehr schwer und besteht zum Teil aus Elementen, die in Deutschland überhaupt nicht vorkommen.

RCF: Deine Geschichte mit dem Jagdhundewesen ist noch weitergegangen, und inzwischen bist du zum Vizepräsidenten des Deutsch-Kurzhaar-Verbands gewählt worden. Wie kam es dazu?
Dennis Kramer: Das war eher ein Zufall. Ich hatte den Präsidenten als sehr angenehmen Menschen kennengelernt, und als er mich fragte, ob ich mir vorstellen könnte, den vakanten Posten zu übernehmen, sagte ich nach kurzer Bedenkzeit zu und wurde schließlich auch gewählt. Mir macht diese Aufgabe viel Spaß, denn man lernt viele Leute kennen, und auch die Arbeit im Verband empfinde ich als Bereicherung. Da ich selbst kein Züchter bin, kann ich mich relativ neutral einbringen und mich für die Rasse und deren Leistung einsetzen.

RCF: Wofür werden die Hunde bei der Jagd denn heute noch gebraucht?
Dennis Kramer: Im Prinzip hat sich an den Einsatzfeldern nicht viel geändert. Lediglich die Feldarbeit ist in manchen Regionen sehr zurückgegangen, da sich die freie Landschaft aufgrund der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung so verändert hat, dass die ursprünglichen Lebensräume des Wildes kaum noch vorhanden sind. Gerade der Deutsch Kurzhaar als typischer Vorstehhund wird also immer weniger in seinem angestammten Bereich, der Feldjagd mit Suche, Vorstehen und Apportieren, eingesetzt. Es hat eine Verschiebung stattgefunden. Da es sich beim Deutsch Kurzhaar jedoch um einen vielseitigen Jagdhund handelt, können die Arbeitsdefizite im Feld ausgeglichen werden. Ich selbst setze meine Hunde schwerpunktmäßig zur Nachsuche auf Rehwild und Stöberarbeit auf Sauen ein.

RCF: Die Nachsuche bedeutet doch im Prinzip, dass beim Schuss etwas schiefgegangen ist, oder?
Dennis Kramer: Genau. Nachsuche bedeutet, dass ein angeschossenes Stück Wild flüchtet und der Hund es möglichst schnell finden soll, damit der Jäger es von seinem Leid erlösen kann. Hierfür sind die Jagdhunde unerlässlich, denn ohne sie würde man das verletzte Stück gar nicht oder viel zu spät finden. Daher gibt es einen schönen Spruch, der heißt: „Jagd ohne Hund ist Schund!“ Jeder Jäger sollte also einen Hund haben.

RCF: Aber ein Hund allein reicht noch nicht, er muss die Aufgabe auch beherrschen.
Dennis Kramer: Das ist richtig, und die Ausbildung ist sehr aufwendig und nicht unkompliziert. Es ist allein schon schwierig, das Gelände dafür zu bekommen. Jede Jagdhundeausbildung, auch das Legen einer Schweißfährte, ist Jagdausübung, und wenn man dies ohne Erlaubnis in einem fremden Revier macht, ist das vor dem Gesetz Wilderei. Manche Jagdpächter wollen das nicht in ihrem Revier, denn es handelt sich auch um eine Ruhestörung für das Wild. Die Dienste eines ausgebildeten Schweißhundes nehmen sie aber gern in Anspruch!

RCF: Wie ist denn die Entwicklung? Haben noch viele Jäger einen Hund?
Dennis Kramer: Die Zahlen der Jäger mit einem Jagdhund gehen immer mehr zurück. Dies liegt sicher an den Anforderungen des modernen Lebens. Zeit ist ein knappes Gut, und neben den beruflichen und familiären Aufgaben haben gerade viele junge Jäger nicht die Zeit, einem Hund angemessen gerecht zu werden. Schließlich lässt er sich nicht wie eine Waffe im Schrank wegschließen, sondern man muss ihm neben der Jagdausübung auch im Alltag ein artgemäßes Leben ermöglichen.

RCF: Du hattest schon einmal in einem früheren Gespräch erwähnt, dass sich die Haltung der Jagdhunde stark verändert habe. Was genau hat sich da getan? Ich kenne es aus meinem Dorf noch so, dass der Jagdhund den ganzen Tag im Zwinger verbringt und, wenn er Glück hat, einmal am Tag frei laufen darf.
Dennis Kramer: Das war früher einmal, hat sich aber geändert. Der Jagdhund ist heute neben seinen Aufgaben als Gebrauchshund ein sozial integriertes Familienmitglied. Viele Jäger halten den Hund mit im Haus oder in der gemischten Haltung zwischen Zwinger und Haus mit viel Familienanschluss.

RCF: Das liegt sicher auch daran, dass unter den Jägern ein Generationswechsel eingetreten ist, oder? Sind die Jäger von heute anders drauf als früher?
Dennis Kramer: Bei den Jägern hat sich viel getan in den letzten Jahren. Das hat viele Gründe, und mit ausschlaggebend ist, dass in der Jagd mittlerweile viele Frauen aktiv sind. Dies hat das raue Klima, das früher im Waidwerk herrschte, entschärft und alles ist ein wenig vernünftiger geworden. Auch die rechtliche Situation hat sich geändert. Früher gehörte der Alkohol immer zur Jagd dazu, während heute 0,0 Promille selbstverständlich ist. Diese generelle Entwicklung zu mehr Vernunft und Umsicht schlägt sich auch im Umgang mit dem Hund nieder. Man ist bereit, auch über alternative Ausbildungsmethoden nachzudenken. Ganz früher war die Ausbildung des Jagdhundes eine reine Parforce-Dressur, bei der mit Druck und Starkzwang gearbeitet wurde. Heutzutage hat man erkannt, dass es eine Methodenvielfalt gibt, und es wird viel diskutiert, welche Methode wofür die richtige ist. Ich persönlich bin Methodenopportunist. Ich betrachte immer den individuellen Hund, welche Eigenschaften er hat und was er machen soll. Dann überlege ich mir, über welchen Weg ich mit ihm in seinem Sinne ans Ziel komme. Das ist für mich effizient, weil ich schnelle Fortschritte erziele, und für den Hund schonend. Ich bin sowieso der Meinung, dass man über gewisse Hilfsmittel nichts Positives erreichen kann. Ich finde beispielsweise, dass ein Telereizgerät nur das letzte Mittel der Wahl sein kann, wenn überhaupt. Wenn der Jagdhund in Führigkeit und Gehorsam gut geschult ist, dann hetzt er auch keine Hasen, wenn er gerade nicht soll. Dies zu erreichen ist aber viel Arbeit. Die Führigkeit habe ich bei meinem zweiten Hund dadurch hinbekommen, dass ich im ersten Dreivierteljahr mit ihm auf der Couch geschlafen habe. Dieser Hund ist so führig, der schaut mich an, wenn ein Hase wegläuft, und fragt: „Darf ich, oder darf ich nicht?“ Da brauche ich nicht einmal einzuwirken.

RCF: Du erklärst es also so, dass je enger die Bindung zwischen Hund und Mensch, desto leichter ist die Ausbildung und desto weniger „muss“ man mit solchen aversiven Hilfsmittel arbeiten?
Dennis Kramer: So ist es. Du kannst mit diesen Geräten nur Unterlassen üben, beibringen kann man damit gar nichts. Die ganze jagdliche Arbeit ist eigentlich, alles tun und nicht lassen, mit Ausnahme des Hetzens. Das war das Interessante bei der tschechischen Prüfung: Wenn dabei ein Hase wegläuft und der Jäger pfeift den Hund ab oder lässt ihn sich ablegen, führt das zum Punktabzug. Der Hund soll es selbst entscheiden und wissen, dass Hasenhetzen nicht zulässig ist.

RCF: Ein Aspekt, den ich auch aus dem traditionellen Schutzhundesport kenne, ist, dass man den Welpen im ersten Jahr komplett in Ruhe ließ und erst mit einem Jahr die Ausbildung begann. Da der Hund keinerlei Vorbildung hat, meint man dann, quasi auf harte Methoden angewiesen zu sein. Auch dies ist natürlich Unsinn, aber wenn man schon vom Welpen an auf die zukünftige Aufgabe hinarbeiten würde, wäre es erst recht nicht nötig. In allen Bereichen ist die Entwicklung heute so, dass man sehr früh anfängt, mit dem Welpen zu trainieren, ihn auf seine späteren Aufgaben vorzubereiten. Ist diese Tendenz in der Jagdhundszene auch so zu sehen? Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass der typische, gestandene Jägersmann mit seinem Welpen auf dem Sofa schläft, oder?
Dennis Kramer: Du wirst lachen! In meinen Kreisen war ich mir zunächst auch unsicher, ob ich das mit dem Welpen auf dem gemeinsamen Sofa überhaupt erzählen sollte. Es stellte sich aber heraus, dass dies gar nicht so abwegig war, und inzwischen kenne ich viele Jäger, die ihren Hund sogar mit im Bett schlafen lassen. Auch die neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse, beispielsweise Welpenfrühprägung und Epigenetik, haben im Jagdhundewesen standardmäßig Einzug gehalten. Man kann sagen, dass sich in dem letzten Jahrzehnt viele dieser neuen Einsichten durchgesetzt haben. Heute ist es total normal, dass man mit dem Welpen sofort anfängt zu arbeiten, wenn man ihn hat, ihn gründlich prägt, ihn spielerisch schult.

RCF: Es scheint sich auch sonst einiges zu tun. Wie du mir vorhin erzählt hast, läuft in der Fachzeitschrift „ Wild und Hund“ gerade eine Artikelreihe über Clickertraining.
Dennis Kramer: Das Clickertraining, ich habe es ja auch bei dir kennengelernt, ist eine hervorragende Möglichkeit, einem Hund punktgenau zu sagen, dass etwas gut ist. Dafür eignet es sich ganz hervorragend und lässt sich in vielen Bereichen einsetzen. Es wird zum Beispiel auch bei der Ausbildung von Spürhunden in der Bundeswehr und beim Zoll angewendet. Ich persönlich habe mich nie zu schade gefunden, verschiedene Methoden zu durchdenken, und mich nie auf eine Arbeitsweise festgelegt. Mir war es immer wichtig zu sehen, was in der jeweiligen Situation mit dem jeweiligen Hund Sinn macht. Positiv ist immer gut, probiert man immer zuerst. Da gibt es eine ganze Menge Möglichkeiten, über Lob, Leckerli, Clicker oder Spiel. Ich habe viele Jäger kennengelernt, die gesagt haben: „Ich mach das immer so und so.“ Was für ein Quatsch! Was bei dem einen Hund klappt, muss bei dem anderen überhaupt nicht klappen, schon gar nicht in einer anderen Situation. Gerade das finde ich das Herausfordernde, dass jeder Hund anders ist, dass man da immer wieder neu denken muss. Das, finde ich, ist gerade das Spannende.

RCF: In der Hütehundeszene gibt es immer wieder kritische Stimmen, dass die Anforderungen in Prüfungen oder Wettkämpfen zu weit von der praktischen, alltäglichen Arbeit eines Hütehundes entfernt sind. Wie ist das Verhältnis zwischen Prüfung und Praxis beim Jagdhund?
Dennis Kramer: Man muss sich eines vor Augen halten: Jagdliche Ausbildung und Prüfung sind in der Mehrzahl simulierte Situationen. Das heißt, sie nähern sich der Realität in gewissem Maße an, sind aber nicht die Realität. Man nehme zum Beispiel die Schleppen, bei denen ein totes Tier über den Boden gezogen wird. Diese sind sehr geruchsintensiv und daher kein Problem für den Hund, zumindest nicht für die Nase. In der Realität wird das jeweilige Tier nicht über den Boden gezogen. Man muss aber so vorgehen, denn man kann ja nicht zu Ausbildungszwecken Tiere töten oder aus Prüfungszwecken irgendwelches Wild zu Tode kommen lassen. Das macht keinen Sinn, und deshalb ist auch vom Gesetzgeber ganz klar reglementiert, an wie viel lebenden Enten der Hund in der Wasserarbeit arbeiten darf. Die wirklichen Situationen sind immer anders und bringen immer neue Herausforderungen an Hund und Jäger.

RCF: Was sind – kurz zusammengefasst – deine Gründe, auf die Jagd zu gehen?
Dennis Kramer: Da ist zum einen natürlich die Arbeit mit dem Hund, die mich fasziniert, aber auch die Wildbretgewinnung und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur spielen eine Rolle. Man lebt viel bewusster und geht ganz anders mit Fleischkonsum um, wenn man ein Tier selbst geschossen hat. Im Gegensatz zum Fleisch aus Massentierhaltung, hatte das Wild ein artgerechtes Leben, bevor es der Natur entnommen wurde. Wenn ich irgendwann Spaß am Töten haben sollte, höre ich sofort auf.

RCF: Vielen Dank für das offene Gespräch, Dennis.

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